Evangelische Kirche - Sandbach

Lage: Kirchberg
Träger: Kirchengemeinde Sandbach

Die Sandbacher Pfarrkirche liegt auf einem Felssporn, dem Kirchberg, weithin sichtbar über dem Dorf und dem unteren Mümlingtal. Als einstige Mutterkirche der Herrschaft Breuberg und schon 1320 erwähnt, diente sie der Breuberger Linie der Grafen von Wertheim als Grablege. Davon ist noch der prächtige Grabstein des Grafen Michael III. (1529-1556), geschaffen 1559 von Peter Dell dem Jüngeren aus Würzburg, erhalten.

Die ehemalige Wehranlage mit zweifachem, starkem Mauerring und der 1445 errichteten zweiten Kirche wurde 1786-89 durch ein stattliches barockes Bauwerk, eine rechteckige Saalkirche mit Rundbogenfenstern und dreiseitigem Chor, ersetzt. Dabei erhielt der alte Westturm 1789 einen spätbarocken Haubenhelm. Altar, Kanzel, Empore und Orgel liegen auf einer Achse in Chormitte und verleihen dem Raum eine strenge Symmetrie. Größere Renovierungen, 1908 und in den 70er Jahren bis 1986, sind so umsichtig ausgeführt worden, daß das Gebäude so erhalten ist, wie es als eine der letzten Barockkirchen des Odenwaldes vor rund 200 Jahren erbaut wurde.

 

Evangelische Kirche - Neustadt

Lage: Erbacher Straße 1
Träger: Ev. Kirchengemeinde Neustadt

Der Stein an der Straßenseite des Turms mit der Inschrift "1480 Wilhelm Grave in Wertheim" gibt uns den Hinweis auf Entstehungszeit und Stifter. Damals befand sich diese Kirche noch vor den Toren des Städtchens. Wahrscheinlich stand an dieser Stelle eine Kapelle, für deren Besuch nach einer Urkunde von 1421 ein 40tägiger Ablass gewährt wurde.

Diese älteste Kirche wird man sich wohl als kleines gotisches Gebäude mit wuchtigem Westturm vorzustellen haben. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wuchs die Bevölkerung Neustadts stark an. Bald war die Kirche zu klein, weshalb man 1686 den Grafen von Löwenstein-Wertheim um eine Erweiterung bat. Das Gesuch hatte Erfolg, durch anhaltende Kriegsjahre geriet jedoch der Bau ins Stocken. Erst im Jahre 1720 machte Johann Conrad Hoffmann aus Adelsheim einen Kostenvoranschlag für die Innenausmalung. Danach wurde der alte Turm erhöht und mit einer barocken Haube versehen. Mit der Anschaffung einer Uhr 1749 endete die mehr als 60 Jahre dauernde Erneuerung der Kirche.

Die Innenrenovierung 1979/80 brachte die barocke Ausgestaltung wieder zur Geltung. Besondere Beachtung verdienen die holzverkleidete Steinkanzel von 1570 und die zweigeschossige Amtmanns- bzw. Kreisratsloge rechts des Altars. Die Außenrenovierung folgte 1983.

 

Evangelische Kirche - Rai-Breitenbach

Lage: Friedhofsweg
Träger: ev. Kirchengemeinde Neustadt

Die Kirche frühromanischen Ursprungs ist ein bescheidener Bau mit eingezogenem Rechteckchor. Der Wehrkirchhof besitzt noch seine Ummauerung aus Bruchstein mit einer Abdeckung aus "Bischofsmützen". Bemerkenswert sind die 1498 entstandenen Fresken des Chorraums. Sie bilden einen Fries, der in fortlaufender Folge die Geschichte Jesu darstellt. Rechts des Eingangs zum Kirchhof befindet sich ein modernes Kriegerdenkmal.

Eine Restaurierung erfolgte im Jahre 1987. Die Kirche, ursprünglich dem heiligen Bartholomäus geweiht, ist eine der ältesten im Odenwaldkreis.

Literatur: Thomas Geibel (Hrsg.), Kirchen im Breuberger Land - Rai - Breitenbach. Höchst 1989.