Wiegen für den auf der Roten Liste Deutschlands stehenden Hirschkäfer installiert


Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Breuberger!

In Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen hat die Stadt Breuberg rund um den Kopf der Burg Breuberg zehn Hirschkäferwiegen errichtet. Der Hirschkäfer ist der größte europäische Käfer, wird bis zu acht Zentimeter lang und lebt bevorzugt in alten Eichenwäldern.

Der Hirschkäfer wird in der Roten Liste Deutschlands in der Kategorie 2 als „stark gefährdet“ geführt und es wurde ihm gesetzlicher Schutz gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie eingeräumt. Sein Bestand hat extrem abgenommen, was nicht, wie häufig behauptet, an der Beliebtheit für Sammler liegt, sondern daran, dass immer weniger Lebensräume zur Verfügung stehen.

Die Larven entwickeln sich in pilzbefallenem zermürbtem Totholz (Wurzeln, Stämmen und Stümpfen) von Eichen. Nur selten werden andere Laubbäume ausgewählt. Erschwerdend für den Fortbestand von Hirschkäfern sind forstwirtschaftliche Nutzungen, in denen Eichen gefällt und das Holz verarbeitet wird. Entsprechend fällt kein neues Totholz an. So kommen Hirschkäfer heute nur noch in einigen alten Eichen-Urwäldern vor. Die erste Hirschkäferwiege wurde im Jahr 2015 im NABU-Schutzgebiet Schenkenberg in Thüringen errichtet.

Bei der Vorplanung des Bauvorhabens für die Wiegen trafen sich die Untere Forstbehörde, die Untere Naturschutzbehörde, Forstrevierleiterin Gerlinde Dehos und der Vorsitzender der Flurbereinigung, Gert Hartmann, zur Abstimmung der Maßnahmen.

Nachdem die Plätze ausgewählt waren, wurden vom Bauhof Eichenstämme und Eichen-Hackschnitzel geliefert. Durch den Vorsitzenden der Flurbereinigung wurden zehn Stämme auf ca. 120 cm Länge geschnitten, der Rest wurde gespalten. Mit dem Bagger wurden 150 cm breite und 80 cm tiefe Löcher ausgehoben, der Eichenstamm hineingestellt und mit den gespaltenen Stücken verkeilt. Die Zwischenräume wurden mit Eichen-Hackschnitzeln verfüllt.

Eine besondere Herausforderung waren die Baumaßnahmen im Bezug auf die schmalen und steilen Wege am Burgberg, da hier kein schweres Gerät eingesetzt werden konnte. Es kam „historische Technik“, wie z.B. ein Unimog 411, Baujahr 1960, zum Einsatz. Die Wiegen wurden an sonnigen Plätzen installiert und kartiert.

Ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten für dieses ehrenamtliche Engagement.

Am Freitag, dem 7. Dezember 2018, lädt die Kunststation Breuberg ab 20 Uhr zur Malnacht in die Kunststation (alter Bahnhof Sandbach) ein. Der SV Wald-Amorbach lädt am 9. Dezember 2018 zum Glühweintreff an der Turnhalle ein.

Ich wünsche Ihnen ein besinnliches zweites Adventswochenende.

Herzlichst

Ihr Bürgermeister

Jörg Springer

(Datum: 06.12.2018)