Käferholz, „Passivhaus“-Ausstellung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Rathaus und Aufstellung Amphibienzaun an der B426

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Breuberger!

Das Jahr 2018 war durch den Sturm Friederike und die anschließende extreme Trockenheit und Hitze des Sommers geprägt. Beide Ereignisse begünstigten die Massenvermehrung des Borkenkäfers. Alleine in den Kommunalwäldern des Forstamtes Michelstadt, einschließlich Breuberg, fielen über 4.500 Festmeter Käferholz an. Dies entspricht dem sechsfachen im Vergleich zu Normaljahren!

Auch in diesem Jahr müssen wir mit großen Mengen an Käferholz rechnen. Nach § 8 des Hessischen Waldgesetzes sind wir als Waldbesitzerin dazu verpflichtet, eine Schädigung des Waldes durch tierische und pflanzliche Schädlinge abzuwenden. Ziel ist es, im Rahmen der sauberen Waldwirtschaft die befallenen Bäume so schnell wie möglich zu entfernen.

Das aufgearbeitete, vom Borkenkäfer besiedelte Holz muss dann entweder zeitnah abgefahren oder mit einem zugelassenen Insektizid behandelt werden. Große Probleme erwarten wir jedoch in der zügigen Abfuhr des Holzes, auch wenn die, vom Wirtschaftsministerium erlassene, Tonnageerhöhung für Holztransporte auf 44 Tonnen die Transportleistung steigert. Ein großer Teil der Schadhölzer aus dem letzten Jahr liegt noch immer im Wald. Sobald im Frühjahr frisches Käferholz hinzukommt, wird sich die schwierige Abfuhrsituation noch verschärfen. Da die Käfer auch aus den Holzpoltern heraus weitere Bäume befallen und auf benachbarte Waldbestände übergreifen können, besteht hier Handlungsbedarf.

Liebe Breubergerinnen und Breuberger, ich möchte Sie darüber informieren, dass wir voraussichtlich zum Schutz umliegender Fichtenbestände leider nicht auf Polterspritzungen verzichten können. Beim Zulassungsverfahren nach dem PflSchG von 2012 wurden für die von uns verwendeten Pflanzenschutzmittel für die Indikation „rinden- und holzbrütende Borkenkäfer“ keine Auflagen zum Schutz des Grundwassers (NG-Auflagen) erteilt. Diese Mittel gefährden bei sachgerechter Anwendung das Grundwasser nicht, zu Oberflächengewässern haben sie definierte Abstandsauflagen! Gleichzeitig sind die Pflanzenschutzmittel nicht bienengefährlich (B3).

Seit Anfang letzter Woche ist die „Passivhaus“-Ausstellung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Rathaus der Stadt Breuberg zu sehen. Mit dieser informieren wir Sie noch bis 15. April 2019 über den „Passivhaus-Standard“ bei Wohngebäuden. Besichtigen können Sie die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses.

Auf 16 Schautafeln, zwei interaktiven Hausmodellen und vier interaktiven Technik-Exponaten wird der Passiv-Haus-Standard beschrieben. Die Ausstellung informiert umfassend von A wie „Altbaumodernisierung“ bis Z wie „Zertifikat zur Bauqualität“. Die Hessische Energiespar-Aktion, www.energiesparaktion.de, ist ein Angebot der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA).

Vor kurzem wurde dankenswerter Weise durch die NABU Ortsgruppe Breuberg wieder der Amphibienzaun an der B426 im Bereich der „Spange“ aufgestellt. Hier soll hauptsächlich Kröten, aber auch allen anderen wandernden Amphibien, ein gefahrloser Übergang zu ihren Laichplätzen gewährleistet werden. Bei den Zäunen handelt sich meist um ca. 50 cm hohe, undurchsichtige Kunststofffolien, die parallel zur Straße aufgebaut werden. Auf der Anwanderungsseite sind in regelmäßigen Abständen Fangeimer ebenerdig eingegraben. Der Krötenzaun wird von den wandernden Amphibien als Wanderhindernis wahrgenommen. Beim Versuch das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Amphibien in die Fangeimer.
Zur Betreuung eines Krötenzauns ist mindestens einmal täglich eine Kontrolle mit Leerung der Fangeimer notwendig. In Zeiten starker Wanderaktivität können sogar mehrmalige Leerungen notwendig sein. Die gefangenen Amphibien werden registriert (Anzahl, Art, Geschlecht) und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei der Breuberger Ortsgruppe des NABU für den beachtlich hohen erforderlichen personellen Einsatz und die Organisation des Krötenzaunes in Breuberg.

Aufgrund eines Hinweises durch den NABU Breuberg möchte ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, darum bitten, im Bereich des Radweges entlang des Krötenzaunes, parallel zur Bundesstraße in Richtung des Georg-Verst-Heimes und in entgegengesetzter Richtung, auf die wandernden Amphibien Rücksicht zu nehmen. Während der Hauptwanderzeit ist die Verbindung von Breuberg in Richtung Georg-Verst-Heim nur für Radfahrer passierbar und für den Schwerlast- und PKW-Verkehr zeitlich eingeschränkt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ich wünsche Ihnen ein sonniges Frühlingswochenende!

Herzlichst

Ihr Bürgermeister

Jörg Springer