Angebote der interkommunalen Jugendpflege der Stadt Breuberg und der Gemeinde Lützelbach für das Jahr 2021, gemeinsame Aufforderung der Bürgermeister der Odenwaldkreiskommunen an das Land Hessen: Vorgezogener Impfschutz für Erzieherinnen und Erzieher

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Breuberger!

In dieser Woche möchte ich Sie über den, unter Pandemiebedingungen, angelaufenen Regelbetrieb in den städtischen Kindertageseinrichtungen, einen gemeinsamen Brief der Odenwaldkreisbürgermeister an das Land Hessen zu vorgezogenen Impfungen für ErzieherInnen und die geplanten Aktivitäten in der Jugendpflege in diesem Jahr informieren.

 

Betrieb der Kindertageseinrichtungen unter Pandemiebedingungen seit dieser Woche

Seit dem 22. Februar ist aufgrund der zurückgegangenen Infektionszahlen wieder ein Regelbetrieb in den Kindertageseinrichtungen unter Pandemiebedingungen möglich.

Um das Corona-Virus weiter einzudämmen ist es jedoch weiterhin wichtig, die Anzahl der Kontakte zu reduzieren. Aufgrund dessen bitten wir Sie, die Betreuungsnotwendigkeit weiterhin abzuwägen und nur im Bedarfsfall in Anspruch zu nehmen.

Die Stadt Breuberg hat entschieden, dass bei Nichtnutzung der Einrichtung die Gebühren, Entgelte und Pauschalen erlassen werden, damit die Einrichtungen so wenig wie möglich beansprucht werden.

Wie auch schon vor der Corona-Pandemie gilt unverändert: Kinder, die eindeutig krank sind (unabhängig von einzelnen Krankheitssymptomen), gehören nicht in die Kinderbetreuung. Weiterhin gilt: Sofern Kinder mit Krankheitssymptomen in den Einrichtungen sind und dadurch ggf. das Betreuungspersonal anstecken, behalten wir uns vor, eine Gruppe (notfalls auch mehrere) kurzfristig zu schließen sobald Personalknappheit entsteht. Dies steht vor dem Hintergrund, dass die Kinder in festen Gruppen zu betreuen sind und auch das betreuende Personal nicht Gruppenübergreifend arbeiten darf. Somit können derzeit die Erzieher/innen im Bedarfsfall nicht in einer anderen Gruppe oder sogar Einrichtungen aushelfen.

Weitere und ausführliche Informationen zu den Regelungen ab dem 22.02.2021 können Sie über diesen Link einsehen: soziales.hessen.de/kita-regelbetrieb-seit-dem-6-juli

Für Rückfragen stehen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen der Personal- und Kindergartenverwaltung unter 06163/709-22 oder -24 telefonisch zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung. Sie können sich auch gerne per E-Mail über kindergarten@breuberg.de an uns wenden oder die Einrichtungen kontaktieren.

 

Gemeinsame Aufforderung der Bürgermeister der Odenwaldkreiskommunen an das Land Hessen: Vorgezogener Impfschutz für Erzieherinnen und Erzieher

In dieser Woche wurde Minister Kai Klose in einem gemeinsamen Schreiben aller Bürgermeister im Odenwaldkreis dazu aufgefordert, die Erzieherinnen und Erzieher in der Impfstrategie höher zu priorisieren und vorzuziehen.

Mit der Öffnung der Kindertagesstätten ab dem 22. Februar 2021 ist das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus sowohl gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kindertagesstätten als auch für die Familien selbst stark erhöht. Die Beschäftigten können die erforderlichen Abstandsregeln zu den Kindern sehr gut nachvollziehbar kaum einhalten. Dabei sind die sich weiter verbreitenden Mutationen ein wesentlich verstärkender Faktor für das Risiko von Ansteckungen unseres Personals und verstärkt auch unsere Sorge.

Die unterstützenden Maßnahmen, wie beispielsweise die Kostenübernahme für die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für Kindertageseinrichtungen, sind nicht ausreichend, um die Gesundheit der Erzieherinnen und Erzieher zu schützen. Das Angebot an die Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung, sich auf Kosten des Landes bei einer teilnehmenden Arztpraxis einmal pro Woche testen zu lassen, ist nicht praxistauglich und schützt zudem nicht vor einer Ansteckung. Zum einen wären die Arztpraxen stark belastet, wenn alle Beschäftigten der Betreuungseinrichtungen, die freien Träger einbezogen, einmal wöchentlich zum Testen kämen. Zum anderen stellen die Tests lediglich eine Momentaufnahme dar und sind daher nicht nachhaltig im Ergebnis.

Wir halten es aus den angeführten Gründen für unverantwortlich, die Erzieherinnen und Erzieher ohne einen ausreichenden Impfschutz bei nun auch noch absehbar steigenden Betreuungszahlen in den Kindertagesstätten, einer erhöhten Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus auszusetzen.
Auch um die Familien zu entlasten und auch künftig eine Betreuung deren Kinder sicherstellen zu können, ist es aus unserer Sicht dringend geboten, die Impfstrategie entsprechend anzupassen. In unsere Forderung schließen wir zu den Beschäftigten der kommunalen Betreuungseinrichtungen auch die Beschäftigten der freien Träger sowie der kirchlichen Trägerschaften ein.

Seit dieser Woche sind für Schul- und Förderschullehrkräfte sowie Kitapersonal Anmeldungen für eine Impfung möglich.

 

Angebote der interkommunalen Jugendpflege der Stadt Breuberg und der Gemeinde Lützelbach für das Jahr 2021

In diesem Jahr ist trotz der Corona bedingten Einschränkungen seitens der Jugendwerkstätten Odenwald e.V. wieder ein vielfältiges Angebot für die interkommunale Jugendpflege der Stadt Breuberg und der Gemeinde Lützelbach erarbeitet worden.

 

Aufgrund der Pandemiebeschränkungen mussten die Angebote der Jugendpflege im letzten Jahr zum größten Teil ausfallen. Ziele in diesem Jahr sind, bestehende Kontakte wieder aufzunehmen, diese zu festigen und die Kinder und Jugendlichen weiterhin für die Angebote der Jugendpflege zu gewinnen sowie neue TeilnehmerInnen für die Aktionen zu gewinnen.

Um diese zu erreichen, wird eine möglichst schnelle Öffnung des Jugendzentrums angestrebt, das als Mittelpunkt der interkommunalen Jugendpflege und stetige Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen etabliert werden soll.

Übergangsweise werden hierfür die Räumlichkeiten des Projektbüros Kopfsteinpflaster im ST Neustadt genutzt.

Gerne möchte ich Ihnen eine Übersicht über die geplanten Aktivitäten geben:


E-Sport
beschreibt den sportlichen Wettkampf mit Computerspielen. Insbesondere aufgrund der andauernden Beschränkungen musste sich in den letzten Monaten das soziale Miteinander hauptsächlich auf den digitalen Raum beschränken, weswegen gerade dort viele TeilnehmerInnen erreicht werden können. Leider fehlt den Jugendlichen die Vernetzung untereinander. Angelehnt an die professionellen E-Sport-Events, die sich über viele ZuschauerInnen erfreuen können, möchte die Jugendpflege der Zielgruppe die Teilnahme an einem solchen Online-Turnier in der Rolle der GamerInnen ermöglichen. Als Medium wird das Spiel „FIFA“ gewählt. Es besteht für dieses Spiel keine Altersbeschränkung und zudem erfreut es sich enormer Popularität, sodass angenommen werden kann, dass es im privaten Raum von vielen gespielt wird. Sollte dies bei einigen Jugendlichen nicht möglich sein, so besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass sie ihre Spiele an den technischen Geräten im Jugendzentrum austragen. Geplant ist die Durchführung des FIFA-Turnieres im Februar 2021. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen muss das Turnier voraussichtlich Online stattfinden.

Projekt Barrierefreiheit

Bereits im Oktober 2020 begann das Projektbüro „Lebensraum Kopfsteinpflaster“ sowohl in Breuberg als auch in Bad König mit der Sammlung von Legosteinen und startete mehrere Spendenaufrufe. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, selbst im Rollstuhl alltägliche Aufgaben zu erledigen, um für die Notwendigkeit von Barrierefreiheit sensibilisiert zu werden. Unter anderem soll im Rahmen der Durchführung ein gemeinsames Training mit dem Team Bärenstark auf dem Fußballplatz in Breuberg stattfinden.

Zum Abschluss des Projektes bauen die Jugendlichen im Rahmen der Jugendpflege gemeinsam an der Rampe und stellen sie im Laufe des Frühjahres fertig. Diese kann/soll im Anschluss dafür genutzt werden, um den Zugang zu einem örtlichen Gebäude zu erleichtern oder eine andere Barriere zu überwinden.

 

Mädchen-Treff

Hauptsächlich besuchen männliche Jugendliche das Angebot der Jugendpflege. Der Anteil der Mädchen, die das JUZ in Lützelbach besuchten, fiel dagegen bisher eher gering aus. So waren von den insgesamt 82 Besuchen im Januar und Februar 2020 lediglich 13 Mädchen. Diesem Trend versucht die Jugendpflege mit einem gezielten Angebot für Mädchen entgegenzuwirken.

Der Mädchen-Treff soll ebenfalls in Breuberg stattfinden. Dort können die Räumlichkeiten des Projektbüros “Lebensraum Kopfsteinpflaster” genutzt werden. Ziel ist hier, insbesondere die Mädchen benachteiligter Familien zu erreichen.

Die Angebote innerhalb des Mädchen-Treffs sollen möglichst vielfältig gestaltet werden und von kreativen Angeboten über Sportevents bis hin zu gemeinsamen Koch- und Backtreffen verschiedene Bereiche abdecken.

 

Odenwaldkompass

Durch die Corona-Pandemie konnte das Projekt seit März 2020 leider nicht mehr weitergeführt werden. Das Angebot fand in Kooperation mit der GAS (Georg-Ackermann-Schule) in Rai-Breitenbach statt. Die Jugendpflege plant je nach Pandemielage, nach den Sommerferien mit dem Projekt zu starten.

Das bestehende Konzept soll beibehalten werden. In Projektgruppen beteiligen sich die SchülerInnen an der Erarbeitung des Odenwaldkompasses.

Der Fokus liegt darauf, den Übergang von der Schule auf den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Daher sollen Informationen ortsansässiger Betriebe bezüglich deren Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten gesammelt bzw. aktualisiert werden.

Des Weiteren ist geplant, ein Bewerbungstraining mit den teilnehmenden SchülerInnen durchzuführen. Hierfür sollen potenzielle KooperationspartnerInnen gefunden werden, die den Jugendlichen Informationen und Ratschläge hinsichtlich ihrer zukünftigen Bewerbungen geben können. Im Rahmen dessen ist die Durch-führung fiktiver Bewerbungsgespräche mit den Jugendlichen geplant, um sie in einem entspannten Setting mit typischen Fragen zu konfrontieren.

 

Gartenprojekt

Im Oktober letzten Jahres konnte ein neues Gartengrundstück gefunden werden, das für das Projekt zur Verfügung steht. Im Februar 2021 sollen die genehmigten Fördergelder wie geplant verwendet werden, um nötige Anschaffungen zur Instandhaltung des Gartens zu erwerben. Somit kann im Frühjahr, sobald es etwas wärmer wird, mit der Pflege und Gestaltung gestartet werden.

Die Kinder und Jugendlichen sollen aktiv in die Gestaltung des Gartens mit einbezogen werden. Auf der einen Seite steht hierbei die Vermittlung von Wissen zu nachhaltigem Obst- und Gemüseanbau, sowie die Vermittlung von handwerklichen Kompetenzen im Vordergrund. Auf der anderen Seite dient das Gartengrundstück als Begegnungsstätte für die BewohnerInnen der Kommunen Breuberg und Lützelbach, wobei vor allem durch die Kooperation mit dem Projektbüro „Lebensraum Kopfsteinpflaster“ die Möglichkeit der interkulturellen und generationsübergreifenden Begegnung angeboten wird.

Durch die Lage des Gartengrundstückes in der Nähe der Georg-Ackermann-Schule können auch Jugendliche aus Lützelbach für das Projekt erreicht werden, da auch sie die Möglichkeit haben, ohne Schwierigkeiten zum Garten zu gelangen. Durch den Garten können Aktivitäten mit den Jugendlichen im Freien geplant werden.

 

Politische Jugendbildung

Im Rahmen des Arbeitskreises „Interkulturelles Lernen“ der Georg-Ackermann-Schule ist bereits eine Unterrichtsreihe zu den Themen „Hate Speech“, Radikalisierung im digitalen Raum sowie rechtsextremen Medienstrategien geplant, die den Grundstein für die politische Jugendarbeit in den Kommunen Breuberg und Lützelbach legen soll. Ziel ist es, die SchülerInnen für diese Themen zu sensibilisieren und ihnen bei einer Konfrontation mit entsprechenden Inhalten in sozialen Netzwerken Handlungsstrategien aufzuzeigen, um ihnen einen souveränen Umgang damit zu ermöglichen.

Neben diesem spezifischen Schwerpunkt ist angedacht, mit Hilfe der Unterrichtsreihe Jugendliche aus beiden Kommunen zu erreichen, die Interesse daran haben, politische Themen weiter zu verfolgen.

Um das Projekt nachhaltig zu gestalten, sind regelmäßige Treffen mit den Jugendlichen in der jeweiligen Kommune geplant, um die Belange der Jugend festzuhalten. Diese werden mit der Unterstützung der Jugendpflegerin an die entsprechenden Gremien weitergeleitet.

 

Ferienspiele

Wie in den letzten Jahren werden die Ferienspiele in Breuberg voraussichtlich in der ersten (19.07.-27.07.2021) und in Lützelbach in der vierten (09.08.-15.08.2021) Woche der hessischen Sommerferien stattfinden. Die Planung sieht eine Um-setzung ohne Corona-Beschränkungen vor. Sollte es - wider Erwarten - zu Kontaktbeschränkungen kommen, möchte die Jugendpflege jedoch darauf vorbereitet sein, und sich in der Planung am Angebot von 2020 orientieren. Das würde bedeuten, dass sich die Ferienspiele auf vier statt zwei Wochen erstrecken, um möglichst vielen Kindern die Teilnahme ermöglichen zu können.

 

Hip-Hop-Workshop

In den Herbstferien ist ein Hip-Hop-Workshop für beide Kommunen geplant. Mit dem Workshop kann ein produktiver Austausch mit den Jugendlichen angeregt werden, um sich auch mit den negativen Aspekten der Jugendkultur auseinanderzusetzen und für diskriminierende Inhalte zu sensibilisieren. Außerdem ist Breakdance bekannt für seine Interkulturalität und den gegenseitigen Respekt, den sich die TänzerInnen untereinander zeigen. Im Anschluss ist eine Aufführung der Kinder und Jugendlichen geplant. Hierbei sollen die einstudierten Choreografien präsentiert werden. Zudem soll die Aufführung gefilmt und das Ergebnis der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Medienprojekt

Digitale Medien sind in nahezu allen Lebensbereichen der Gesellschaft vorzufinden, ein fester Bestandteil im Leben der Jugendlichen und haben in der Corona-Pandemie noch einmal an Bedeutung gewonnen. In Kooperation mit „FILMmobil“ (FILMbildung mobil in Hessen) des „DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.“ soll in den Herbstferien in beiden Kommunen ein medienpädagogisches Projekt angeboten werden. Zur Auswahl stehen zurzeit zwei Workshops („Mockumentary“ & „Stummfilm & Musik“), die das „FILM-mobil“ unter anderem für Jugendgruppen anbietet. FilmpädagogInnen und MusikerInnen arbeiten gemeinsam und führen die Kinder und Jugendlichen auf praktisch-spielerische Weise in die Zusammenhänge zwischen Stummfilm und Musik – zwischen Sehen und Hören – ein.

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Interkommunalen Jugendpflegerin Julia Spranger bedanken, die dieses umfangreiche Konzept für die Jugendpflege in Breuberg und Lützelbach so hervorragend ausgearbeitet hat und umsetzen wird.

Ich rufe Euch, liebe Jugendlichen, dazu auf, von dem Angebot regen Gebrauch zu machen – die Aktionen sind extra für Euch geplant und leben von Eurer Teilnahme!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Frühlingswochenende und bleiben Sie gesund!

Herzlichst

Ihr Bürgermeister
Jörg Springer