Stadtarchiv Breuberg: Curti-Waldkauf-Originalurkunde von 1785 entdeckt


Bei der Curti-Ausstellung vom 13.12.2013 konnten nur Protokolle der Aktenübergabe der Bürgermeister der Jahre 1825, 1831 und 1919, nicht aber die eigentliche Urkunde des „Kaufbriefes über den Kurdischen Wald“ präsentiert werden.

Nach kürzlich erfolgter Übergabe von wertvollem historischem schriftlichen Nachlass des verstorbenen Lehrers Wilhelm Egner von Waltraud Stellwag aus Höchst an das Breuberger Stadtarchiv, wurde im April 2014 mit der Sichtung und Bearbeitung dieser zahlreichen Akten begonnen, bei denen sich auch die ab 1850 von den Dorfschullehrern zu führende Schul- und Ortschronik Wald-Amorbach befand. In dieser entdeckte Traugott Hartmann die lange gesuchte Urkunde von 1785, die als lose Blatteinlage am Ende der gebundenen Chronik eingelegt war. Unterschrieben und gesiegelt ist diese Originalurkunde über die Curti-Waldübergabe an die Gemeinde Wald-Amorbach von Baronesse Erhardine Catharina Louise von Curti, geborene von Wahl, als Tochter des Dreieichenhainer Forstmeisters Johannes Laurentius von Wahl, und Witwe des bereits 1753 verstorbenen Freiherrn Carl August Adolph von Curti zu Groß-Umstadt.

Diese Curti-Originalurkunde galt trotz intensiver Suche in Groß-Umstädter und Wald-Amorbacher Archivunterlagen als verschollen und wurde jetzt nach Auffindung von Stadtarchivar Traugott Hartmann ausgewertet. Damit ist diese Curti-Waldübergabe durch diese Urkunde restlos geklärt.

Dank zu sagen ist an dieser Stelle den Groß-Umstädter Heimatkundlern Peter Füßler und Herrn Riedel vom Evangelischen Gemeindebüro für die Unterstützung bei der Übersetzung und ergänzenden Bemerkungen zur Urkunde.

Es bleibt nur noch eine geringe Hoffnung, das dazugehörige zweite Vertragsformular über das „10-Uhr-Curti-Läuten“ zu finden. Die politische und kirchliche Gemeinde Wald-Amorbach war in dieser Zeit der Churpfälzer Verwaltung in Umstadt unterstellt. Nach Aussage der kirchlichen Verwaltung im Groß-Umstadt wurde von diesen Filialgemeinden wie Amorbach erst ab dem Jahre 1792 Protokolle geführt.

Das Curti-Dokument selbst, mit der Aufforderung zum täglichen 10-Uhr-Geläut zur Verrichtung eines frommen Gebets für das Seelenheil der Umstädter Curti-Familie ist bisher wohl nicht auffindbar, jedoch ist im Breuberger Stadtarchiv, Gruppe Wald-Amorbach, diese Vereinbarung durch die Lehrervergütung für zusätzliche Tätigkeiten wie Küster-(Glocken läuten)- und Organistendienst mit der Vereinbarung für ein tägliches 10-Uhr-Läuten, das bis heute durchgeführte „Curti-Läuten“, mehrfach dokumentiert.

Ergänzende Bemerkungen zur Curti-Familie:
Erhardine Catharina Louise von Wahl (Witwe) *um 1700, t 17.02.1786
Carl August Adolph von Curti, OO = 15.03.1740, *22.04.1699, t 18.08.1753

(Datum: 13.08.2014)