Jahresrückblick 2013

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Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Breuberger!

Der Philosoph Novalis gab uns folgenden Satz mit auf den Weg:

„Begrüße das neue Jahr vertrauensvoll und ohne Vorurteile,
dann hast du es schon halb zum Freunde gewonnen!“

Auch ich möchte Sie dazu einladen, das neue Jahr vertrauensvoll und vorurteilsfrei zu starten. Dazu wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit, Zufriedenheit und persönliches Wohlergehen.

Für mich persönlich hat dieser Satz von Novalis momentan eine ganz besondere Bedeutung, endet doch meine erste Amtsperiode als Breuberger Bürgermeister am 31. Januar 2014. Am 1. Februar starte ich in meine zweite Amtszeit als Ihr Bürgermeister. Insofern möchte ich für mich persönlich die Worte von Novalis auf meine nächste Amtsperiode und somit die nächsten sechs Jahre ausdehnen.

Ich gehe sehr gespannt und erwartungsvoll in diesen Zeitraum. In den letzten sechs Jahren habe ich sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen, die mir in Zukunft zu Gute kommen werden. Dazu gehört es natürlich auch, aus gemachten Fehlern zu lernen und daran persönlich zu reifen.

Das vergangene Jahr war ein ereignisreiches Jahr, das uns viele gute und schöne Momente brachte. Ich erinnere besonders an das kommunale Neustadt-Treffen im Juni, das ein Fest für die gesamte Stadt Breuberg war und unter der tatkräftigen Mithilfe vieler verschiedenster Akteure, die Gäste aus Nah und Fern begeisterte.

Getroffen hat uns aber auch die Entwicklung der kommunalen Finanzen unserer Stadt, die in vielen verschiedenen Bereichen Einschnitte erforderte und weiter erfordern wird. Momentan sitze ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung an der Aufstellung des Haushaltes für das Haushaltsjahr 2014, der sich ähnlich negativ gestaltet, wie der des abgelaufenen Jahres. Diese Entwicklung war zwar bekannt und wurde von mir auch gegenüber den Gremien und Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, stets kommuniziert. Ein solches Zahlenwerk aber aufzustellen, bereitet alles andere als eine Freude.

Insofern gewinnt der einleitende Satz dieser Seite 3 „Begrüße das neue Jahr vertrauensvoll und ohne Vorurteile, dann hast du es schon halb zum Freunde gewonnen!“ eine besondere Bedeutung. Ich darf Ihnen versichern, dass ich alles daran setzen werde, dass die Stadt Breuberg eine finanzpolitische Vorzeigekommune bleibt, wenngleich ich natürlich aber auch weiß, dass dies entscheidend von der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Großunternehmen abhängt.

Vorurteilsfrei kann ich an eine solche Aufgabe herangehen, weil ich in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern führen konnte, die Verständnis für die derzeitige Situation aufbringen und denen sehr wohl bewusst ist, in welch hohem Maße sie in der Vergangenheit und auch heute von geringen Steuer- und Gebührensätzen sowie einer ausgesprochen guten Infrastruktur in unserer Stadt profitieren können. Ich stelle auch ein großes Verständnis dafür fest, dass Projekte, die derzeit nicht unbedingt erforderlich sind, momentan nicht zu realisieren sind.

Das Jahr 2013 war geprägt von einem Wahlmarathon im September, der uns mit den Bundes-und Landtagswahlen sowie der Bürgermeisterwahl in unserer Stadt gleich drei Wahlen brachte. Als Ergebnis dieser Wahlen ist es sehr positiv festzustellen, dass unsere Region, sowohl in Berlin als auch in Wiesbaden, mit mehreren Abgeordneten unterschiedlicher Parteien vertreten ist. Es ist wichtig, politische Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort zu haben, die dem ländlichen Raum in ihren jeweiligen Gremien ein Sprachrohr verschaffen können.

Im Mai 2014 stehen die Wahlen zum Europäischen Parlament an. Dabei treten die Parteien erstmals mit einem Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten an, ein wichtiger Schritt für mehr Mitbestimmung auf Ebene der EU.

Vielen Menschen ist in unserem Lande nicht bewusst, wie stark die europäische Politik inzwischen in all unsere Lebensbereiche hinein regiert. Ein sehr markantes Beispiel war die Absicht der EU-Kommission im vergangenen Jahr, die Trinkwasserversorgung in den Mitgliedsländern zu privatisieren. Dieses Ansinnen ist inzwischen vom Tisch, zeigt aber sehr deutlich, welch tiefgreifende Einschnitte uns tagtäglich durch europäische Politik begleiten.

Insofern ist es wichtig, sich für diese Wahlen zu interessieren und den Wahlkampf dafür zu nutzen, die verschiedenen Parteien sowie die Kandidatinnen und Kandidaten auf den Prüfstand zu stellen. Ganz besonders wichtig ist es natürlich, sich letztendlich an den Wahlen zum Europäischen Parlament zu beteiligen und dort eine gute Wahlbeteiligung zu erzielen, was in der Vergangenheit leider alles andere als der Fall war.

Die Europäische Einigung hat viel Gutes für unser Land und ganz Europa mit sich gebracht. Das wir seit 1945 in Frieden leben dürfen und keinen Krieg mehr miterleben müssen, ist der mit Abstand größte Verdienst der Gemeinschaft. In diesem Zusammenhang jährt sich im Jahre 2014 auch ein für uns Deutsche sehr besonderes Ereignis, nämlich der 25. Jahrestag des Mauerfalls im November.

Wenn ich auf das abgelaufene Jahr 2013 zurück blicke, empfinde ich eine sehr große Dankbarkeit dafür, dass sich viele Menschen in unserer Stadt engagiert haben. Gemeinsam mit den Akteuren aus der ehrenamtlichen Kommunalpolitik konnten wir sehr viel Positives für unsere Stadt auf den Weg bringen.

Deshalb gilt mein persönlicher Dank vor allem Ihnen, verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Bei vielen Anlässen haben Sie bewiesen, dass Sie stets bereit sind, sich für die Belange unserer Kommune einzusetzen und zu engagieren. Dieses ehrenamtliche Engagement in unserem Gemeinwesen, in den zahlreichen Vereinen, Gruppierungen und Organisationen, das Tag für Tag ohne großes Aufsehen, uneigennützig und unentgeltlich geleistet wird, zeugt von einem hohen Gemeinsinn und einem guten Zusammenhalt innerhalb unserer Stadt. Lassen Sie bitte in Ihrem Engagement auch im neuen Jahr nicht nach.

Für das Jahr 2014 hoffe ich natürlich, dass sich unsere kommunalen Finanzen  entspannen und wir die derzeitige negative finanzielle Situation, wie schon so oft in der Geschichte unserer Stadt, nur als eine vorübergehende Erscheinung erleben dürfen.

Gemeinsam mit Ihnen allen werde ich mich auch 2014 zusammen mit den kommunalen Gremien den neuen Herausforderungen und Chancen stellen und daran arbeiten, dass unsere liebens- und lebenswerte Stadt Breuberg weiter voran kommen wird. Ich freue mich schon heute auf zahlreiche persönliche Begegnungen und Gespräche mit Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Ich wünsche Ihnen allen eine friedvolle Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam positiv in die Zukunft schauen.

Herzlichst Ihr Bürgermeister Frank Matiaske