Stadtarchiv Neustadt: Amerikanische Großfamilie auf Ahnenreise in Breuberg


Am 23.05.2026 war eine amerikanische Großfamilie aus Kalifornien und New Mexico zu Besuch in Breuberg, um sich auf die Spuren Ihrer Vorfahren zu begeben. Im Mittelpunkt der Reise stand die Auswanderin Regina Hallstein, die im Jahr 1854 im Alter von 30 Jahren aus Hainstadt nach Amerika auswanderte. Ihr Vater Johann Philipp Hallstein kam aus Wald-Amorbach, sie war eines von 9 Kindern.
Die Initiative zu dieser besonderen Reise ging von Beth Paiz aus Albuquerque (New Mexico) aus, die vor zwei Jahren mit der Erforschung ihrer Familiengeschichte begann. Ausgangspunkt war ein Eintrag in einer Familienbibel, der auf Hainstadt in Hessen als Herkunftsort hinwies. Schnell stellte sich heraus, dass ihre Vorfahren aus dem heutigen Breuberg stammten, woraufhin Kontakt zur Stadtverwaltung und zum Stadtarchiv aufgenommen wurde.
Die Betreuung der Besuchergruppe übernahm Andreas Arend aus Sandbach, Mitarbeiter des Stadtarchivs und Geopark-vor-Ort-Begleiter. Er organisierte eine umfangreiche Besichtigungstour zu historischen Orten, die eng mit dem Leben der Vorfahrin Regina Hallstein verbunden waren.
Zu Beginn führte der Weg die Familie in die Sandbacher Kirche, wo sie den Taufstein besichtigen konnte, in dem Regina Hallstein vor über 200 Jahren getauft wurde. Anschließend ging es weiter nach Hainstadt in die ehemalige
„Dreckgasse“, dem damaligen Wohnort der Familie.
Ein weiterer Halt erfolgte am „Hoaschter Treff“, wo den Gästen mithilfe moderner Technik historische Einblicke gewährt wurden. Über ein sogenanntes „Zeitfenster“ konnten sie die frühere Hainstädter Schule betrachten, die Regina einst besucht hatte. Zudem wurden historische Steingräber digital präsentiert. 
Die Reise führte anschließend mit dem Bus nach Wald-Amorbach, wo sich in der Rauwaldstraße das ehemalige Wohnhaus von Regina Hallsteins Vater, Johann Philipp Hallstein, befand. Dort besichtigte die Gruppe auch die wundervolle Lichterkirche sowie das historische Backhaus.
Ein besonderer Höhepunkt war die Übergabe eines umfangreichen Stammbaums, den Andreas Arend für die Familie zusammengestellt hatte. Dieser dokumentiert die familiären Wurzeln der Hallstein-Linie bis ins Jahr 1654 und umfasst weitere Vorfahren aus Hetschbach und Höchst.
Neben den historischen Stationen stand auch die kulturelle Erkundung der Region im Fokus. Die Familie besuchte die Burg Breuberg, wo sie gemeinsam in der Burgschänke zu Mittag aß. Am Nachmittag ging es weiter zur Rosenbacher Mühle, wo eine Führung durch die über 100 Jahre alte Mühle mit Ihren alten Maschinen stattfand. Die Besucher zeigten sich besonders beeindruckt von der gut erhaltenen Technik.  Gegen 17 Uhr endete der Besuch mit einem emotionalen Abschied. Als Erinnerung überreichte Andreas Arend der Familie mehrere Gastgeschenke, darunter den Breuberger Kalender 2026 mit historischen Ansichten, drei Bücher über die Region sowie einen USB-Stick mit gesammelten Informationen und Bildern zur Familiengeschichte.

Insgesamt nahmen vier Generationen direkter Nachfahren der Familie Hallstein an der Reise teil. Auch nach ihrer Rückkehr in die USA soll der Kontakt zwischen der Familie und Andreas Arend bestehen bleiben.
Der Besuch der amerikanischen Großfamilie in Breuberg verdeutlicht eindrucksvoll, wie lebendig Geschichte sein kann. Die Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie zwischen Kontinenten machte diese Reise zu einem besonderen Ereignis – sowohl für die Gäste als auch für die Stadt Breuberg. 

Bildunterschrift: Ein Teil der amerikanischen Großfamilie vor dem Taufstein der Sandbacher Kirche