Urban Art Breuberg - Von der eigenen Idee zum eigenen Graffiti
Wie viel entstehen kann, wenn Kinder und Jugendliche eigene Ideen entwickeln und selbstständig umsetzen dürfen, zeigte ein zweitägiges Graffiti-Projekt der Jugendpflege in Breuberg. Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren konnten dabei eigene Designs entwerfen und diese anschließend selbst auf einer Fläche im öffentlichen Raum sprayen.
Zu Beginn des Workshops erhielten die Jugendlichen eine Einführung in verschiedene Graffiti-Techniken, den Umgang mit Spraydosen sowie wichtige Sicherheits- und rechtliche Grundlagen. Danach wurde es kreativ: Alle entwickelten ihr eigenes Design, das später selbst umgesetzt werden sollte. Am zweiten Tag wurden die zuvor entwickelten Entwürfe schließlich auf die vorgesehene Fläche übertragen. Mit Spraydosen entstanden dabei ganz unterschiedliche Motive, wobei alle Teilnehmenden ihr eigenes Design selbst sprayen und unmittelbar erleben konnten, wie aus einer Idee ein sichtbares Ergebnis wird.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts lag auf der Selbstbestimmung der Jugendlichen. Deshalb wurde bewusst möglichst viel Freiraum gelassen. Es gab keine vorgegebenen Motive und auch bei der Gestaltung wurde nicht festgelegt, wie die einzelnen Designs aussehen sollten. Die Jugendlichen konnten eigene Ideen entwickeln, Entscheidungen treffen und ihren persönlichen Stil einbringen. Auch beim Sprayen selbst wurde bewusst so wenig wie möglich eingegriffen. Statt jeden einzelnen Schritt vorzugeben, sollten die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, selbstständig zu arbeiten, Dinge auszuprobieren und eigene Lösungen zu finden. Unterstützung gab es dort, wo sie benötigt wurde – die Entscheidung über die Gestaltung blieb jedoch bei den Jugendlichen. Das entstandene Graffiti ist damit mehr als eine farbenfrohe Gestaltung im öffentlichen Raum. Es macht die unterschiedlichen Ideen und Ausdrucksformen der Jugendlichen sichtbar und zeigt, was entstehen kann, wenn jungen Menschen Vertrauen und der notwendige Freiraum gegeben werden.
Unterstützt wurde das Projekt vom Graffiti-Künstler Darwin. Er brachte seine fachlichen Erfahrungen und Kenntnisse ein, stand den Jugendlichen bei Fragen zur Verfügung und unterstützte sie bei der praktischen Umsetzung. Dabei blieb der kreative Prozess bewusst in den Händen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Wie das Projekt bei den Jugendlichen angekommen ist, zeigt auch die abschließende Evaluation. Alle sechs Befragten gaben an, dass ihnen das Graffiti-Projekt Spaß gemacht hat, sie eigene Ideen einbringen konnten und beim Sprühen etwas Neues gelernt haben. Alle Jugendlichen gaben an, das Gefühl gehabt zu haben, dass ihre Meinung wichtig ist. Die Ergebnisse zeigen damit, dass der bewusst eingeräumte Freiraum und die selbstständige Gestaltung von den Jugendlichen positiv angenommen wurden.
Ein besonderer Dank gilt dem Graffiti-Künstler Darwin für die fachliche Unterstützung sowie der Stadt Breuberg für die Hilfe bei der Planung und Durchführung des Projekts.
Gefördert wurde das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur im Rahmen des Programms LandKulturPerlen.

